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Grundlagen

Energieeffizienzklassen A+ bis H im Energieausweis: Was die Klassen bedeuten

Aktualisiert am 29. September 2026 · Energieausweis Sofort · Lesezeit ca. 4 Minuten

Das Wichtigste in Kürze: Die Effizienzklasse ergibt sich aus dem Endenergieverbrauch oder -bedarf in kWh je Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. A+ steht für unter 30 kWh, H für 250 kWh und mehr. Ein typisches unsaniertes Haus der 1970er-Jahre liegt in Klasse F oder G, ein Neubau nach GEG in A oder A+. Die Klasse ist Pflichtangabe in jeder Immobilienanzeige.

Die Grenzwerte nach GEG

Die Klassen sind in Anlage 10 des Gebäudeenergiegesetzes festgelegt und gelten für Wohngebäude. Es gibt neun Stufen:

KlasseEndenergie in kWh/(m²·a)Typische GebäudeHeizkosten EFH 150 m²*
A+unter 30Passivhaus, Effizienzhaus 40unter 600 €
A30 bis unter 50Neubau nach GEG, Effizienzhaus 55600 bis 1.000 €
B50 bis unter 75Neubau nach EnEV 2009 bis 2016, gut sanierter Altbau1.000 bis 1.500 €
C75 bis unter 100Neubau um 2000, sanierter Altbau1.500 bis 2.000 €
D100 bis unter 130Gebäude nach WSchV 1995, teilsaniert2.000 bis 2.600 €
E130 bis unter 160Gebäude der 1980er-Jahre2.600 bis 3.200 €
F160 bis unter 200Gebäude der 1970er-Jahre, wenig saniert3.200 bis 4.000 €
G200 bis unter 250unsanierte Gebäude vor 19774.000 bis 5.000 €
H250 und mehrunsanierte Gebäude vor 1960, große Wärmeverlusteüber 5.000 €

*Überschlägig bei 200 m² Gebäudenutzfläche und 10 Cent je kWh Gas. Die Zuordnung der Gebäudetypen ist eine Erfahrungseinschätzung, kein Gesetz.

Wie wird die Klasse berechnet?

Beim Verbrauchsausweis wird der Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser aus drei Jahren mit den Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes auf ein Normaljahr umgerechnet, um Leerstand bereinigt, um Zuschläge für dezentrales Warmwasser oder Kühlung ergänzt und durch die Gebäudenutzfläche geteilt. Beim Bedarfsausweis wird der rechnerische Bedarf nach DIN V 18599 herangezogen. In beiden Fällen zählt die Endenergie, also das, was ins Haus geliefert wird, nicht die Primärenergie.

Wichtig: Die Gebäudenutzfläche nach GEG ist größer als die Wohnfläche (Faktor 1,2, bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit beheiztem Keller 1,35). Ein Haus mit 150 m² Wohnfläche und 18.000 kWh Verbrauch landet daher nicht bei 120, sondern bei 100 kWh je Quadratmeter Nutzfläche, also an der Grenze zwischen C und D. Wer seine Klasse selbst abschätzen will, teilt den Jahresverbrauch in kWh durch das 1,2-Fache der Wohnfläche.

Warum die Klimafaktoren wichtig sind

Ein kalter Winter treibt den Verbrauch nach oben, ein milder senkt ihn. Die Klimafaktoren gleichen das für jede Postleitzahl und jeden Abrechnungszeitraum aus. In den warmen Jahren seit 2020 liegen die Faktoren meist über 1,1, das heißt: Der gemessene Verbrauch wird für den Ausweis um 10 bis 25 % nach oben korrigiert, damit das Haus mit einem Normaljahr bewertet wird.

Nicht verwechseln: Effizienzklassen von Geräten

Die Klassen im Energieausweis haben nichts mit den EU-Energielabels für Kühlschränke, Waschmaschinen oder Heizgeräte zu tun. Dort gilt seit 2021 eine Skala von A bis G ohne Plus-Klassen, mit anderen Bewertungsgrundlagen. Auch die Effizienzhaus-Stufen der KfW (40, 55, 70, 85) sind eine eigene Systematik, die sich auf den Primärenergiebedarf im Vergleich zu einem Referenzgebäude bezieht.

Was bedeutet die Klasse für Verkauf und Vermietung?

  • Die Klasse ist Pflichtangabe in jeder Anzeige (§ 87 GEG) und damit das Erste, was Interessenten sehen. Details im Artikel Pflichtangaben in der Immobilienanzeige.
  • Käufer kalkulieren mit der Klasse die Heizkosten: Zwischen Klasse C und G liegen beim Einfamilienhaus schnell 2.500 € Heizkosten pro Jahr, über zehn Jahre also 25.000 €. Das schlägt sich zunehmend im Kaufpreis nieder; Analysen der Immobilienportale zeigen Preisabschläge von 10 bis 30 % für Klassen G und H gegenüber A und B.
  • Banken berücksichtigen die Effizienz bei der Finanzierung, viele bieten Zinsvorteile für gute Klassen oder verlangen bei schlechten Klassen eine Sanierungsplanung.
  • Bei der Vermietung beeinflusst die Klasse die Nebenkosten und damit die Attraktivität der Wohnung.
  • Die Klasse sagt nichts über den Komfort, die Bausubstanz oder den Zustand aus, sondern nur über den Energieverbrauch je Fläche.

Wie lässt sich die Klasse verbessern?

Beim Verbrauchsausweis zählt der reale Verbrauch. Maßnahmen mit großer Wirkung, in der Reihenfolge ihres Kosten-Nutzen-Verhältnisses:

  1. Hydraulischer Abgleich und richtige Einstellung der Heizung: 5 bis 15 % Ersparnis für wenige hundert Euro.
  2. Dämmung der obersten Geschossdecke und der Kellerdecke: günstig, oft in Eigenleistung möglich, 5 bis 10 %.
  3. Austausch alter Fenster mit Einfach- oder früher Isolierverglasung: 10 bis 15 %.
  4. Dämmung der Fassade: 20 bis 30 %, aber die teuerste Einzelmaßnahme.
  5. Heizungstausch auf Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme: verbessert vor allem Primärenergie und CO₂-Bilanz; bei der Wärmepumpe sinkt auch die Endenergie deutlich, weil ein Teil der Wärme aus der Umwelt kommt.

Nach einer Sanierung lohnt ein neuer Ausweis, sobald drei neue Abrechnungsjahre vorliegen, oder sofort ein Bedarfsausweis, der die neue Bausubstanz abbildet. Die Modernisierungsempfehlungen auf Seite 4 Ihres Ausweises geben einen ersten Anhaltspunkt; für konkrete Planung und Förderung ist ein individueller Sanierungsfahrplan durch eine Energieberaterin der nächste Schritt.

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